Walther BlackTac
3. Juli 2010 von PhilippG
Walther ist seit einiger Zeit mit einer neuen Linie von Messern auf dem vornehmlich deutschen Markt vertreten.
Dabei wird weniger mit großen Namen oder Innovationen geworben, als eher mit Haltbarkeit und niedrigem Preis.
Da ich seit rund einem Jahr eines der kleineren Klappmesser aus der ersten Linie von Walther als kleines Alltagswerkzeug mit mir herumtrage, war ich dann doch gespannt, als ich eher zufällig an ein Exemplar des neuen Walther BlackTac kam.
Was also kann dieses Messer, dass mit rund 20€ doch im unteren Preissegment angesiedelt ist, sich aber als Werkzeug großer Spezialeinheiten zu präsentieren versucht.
Verpackung
Das Messer kommt in einem stabilen und in meinen Augen schön designten Karton. Auf der Vorderseite prangt das große Walther-Logo und eine Strichzeichnung des Messers, sowie ein blau schimmerndes Bild.
Öffnet man die Verpackung so entdeckt man direkt alle Teile in ihren Aussparungen in einer Art Kunststoffflies liegen.  Dadurch ist gesichert, dass während des Transport nichts umherfliegt.
Zum Lieferumfang gehören:
- das Walther Black Tac
- eine Cordura-Tasche
- ein Lenyard
Das Zubehör
Zuallererst zu den Dreingaben. Obwohl das Messer einen eigenen Gürtelclip besitzt liegt eine Cordura-Hülle bei. Auf dieser prangt vorne das Walther-Logo, darunter der übliche Druckknopfverschluss. Die Tasche ist formstabil und so weit gut verarbeitet. Festes Material und sauber ausgeführte Nähte.
Auf der Rückseite finden sich sowohl 2 Schlaufen zur Befestigung auf Molle (allerdings nur mittels einem nicht mitgelieferten Malice-Clips o.ä.), aber auch eine Öse für einen Gürtel.
Diese hätte allerdings etwas größer ausfallen können. Ein 38mm Hosengürtel passt gerade so hindurch.
Neben dem Holster liegt dem Messer noch ein Lanyard in Form einer einfachen Bandschlinge mit Molle/Gürtelhalterung bei. Diese Schnur wird z.B. mittels Ankerstich durch eine Öse des Messers gelegt und dann an Gürtel oder Molle mittels einer Klettschlaufe befestigt. Der Doppelstrang zum Messer ist etwas nervig, eine einfache Schnur wäre hier besser, aber das kann man ja leicht ändern. Insgesamt eine schöne und nützliche Zugabe.
Verarbeitung
Die Verarbeitung ist ordentlich. Kleine Imbus-Schrauben halten Ober- und Unterschaale zusammen. Dazwischen liegt die Achse und die eigentliche Klinge. Hier kommen wir auch gleich zum einzigen Kritikpunkt. Die Klinge lässt sich zu einfach ausklappen. Lässt man das Messer in den Lenyard fallen, klappt die Klinge bereits voll aus. Leider lässt sich die Achse auch nicht nach ziehen. Sie ist fest eingebaut und nicht verstellbar. Der Rest des Klappmechanismus ist hingegen sehr gut gelungen. Die Klinge lässt sich auf beiden Seiten mit einem Daumenstift auf der Klinge herausschieben. Alternativ kann man die Klinge auch mit dem aus dem Griffrücken ragenden Schutzdorn herausschieben. Dadurch allein ist sie allerdings nicht komplett herausklappbar.
Ist die Klinge einmal herausgeklappt, wird sie von einer Liner-Lock Verriegelung sicher gehalten. Trotzdem lässt sich die Verriegelung sehr einfach lösen. Dann lässt sich das Messer recht einfach über den breiten, flachen Klingenrücken einklappen. Der Schutzdorn am unteren Ende der Klinge schützt dabei die Hand vor Verletzungen durch zu schnelles Einklappen.
Darüberhinaus findet sich am unteren Ende des Griffstücks ein Glasbrecher der, im Gegensatz zu denen der alten Walther-Messer, durchaus brauchbar ist. Er trägt nicht weiter auf, sollte jedoch Glas sicher zerschlagen können, was nicht zuletzt an der guten Form des Griffs liegt. Dieser ist zwar nicht nennenswert anti-rutsch-beschichtet oder soetwas, liegt aber trotzdem gut in der Hand.
Der Gürtelclip ist mit 3 Imbus-Schrauben fixiert. Er sitzt stramm am Griff und hält das Messer zuverlässig. Schade ist nur, dass er nicht beidseitig montierbar ist. Auf der anderen Griffschale fehlen die Bohrungen für die Schrauben. So kann der Clip nur abgenommen werden.
Die Klinge
Die Klinge selbst besteht laut Walther aus 440er Stainless Steel.  Unten findet sich eine Sägezahnung, weiter oben am Messer ist ein glatter Schliff. Eine durchaus brauchbare Kombination, vorallem da das Messer erfreulich scharf ist.  Der recht dicke, flache Messerrücken macht die Klinge zudem sehr stabil, sodass das Messer durchaus gut zum Arbeiten zu gebrauchen ist.
Fazit
Ein gutes Messer zu einem fairen Preis. Man bekommt für sein Geld ein gut verarbeitetes Allround-Messer inklusive sehr nützlichem Zubehör. Für Airsofter oder andere einfache Outdoor-Aktivitäten eine absolute Empfehlung. Natürlich kann das Messer nicht mit Pohl-Force und co mithalten. Wer diesem Messer aber nicht sein Leben, sondern nur seine täglichen Arbeiten anvertrauen möchte, hat die 20€ gut investiert.
Rechtlicher Hinweis:
Aufgrund der Klingenlänge über 7,5cm besteht für dieses Messer in Deutschland ein Führungsverbot!


Das Führverbot begründet sich nicht durch die Klingenlänge von 7,5cm, sondern dadurch dass es einhändig zu Öffnen ist. Eine Beschränkung der Klingenlänge für Taschenmesser existiert nicht! Nur bei feststehenden Messern, und hier gilt das Führverbot bei über 12cm Klingenlänge.
Es gibt aber auch recht schwammig und breit formulierte Ausnahmeregelungen.
Nähere Infos gibts zum Beispiel hier: http://www.haller-stahlwaren.de/wissenswertes/waffenrecht/aenderungen-des-waffg-42008.html