Civilianlab Hazard4 JellyRoll und mil-POD
16. Juni 2010 von JensF

Die Produkte der meisten Anbieter von taktischem Zubehör ähneln sich auffallend. Etwas aus dem Rahmen fällt hier der noch junge Hersteller Civilianlab und dessen noch jüngere Militärsparte Hazard4. In diesem Review sehen wir uns das JellyRoll 9/4 und das mil-POD genauer an.
Wir sind durch Berichterstattung der SHOT Show auf diesen Hersteller aufmerksam geworden und waren von der Produktpalette sofort begeistert. Civilianlab konzentriert sich, wie der Name schon andeutet, auf MOLLE basierte Produkte für Zivilisten und besetzt damit eine ähnliche Marktnische wie Maxpedition und zum Teil 5.11 mit seiner VTAC Serie. Der Schwerpunkt der Produktpalette liegt auf Concealed Carry und Fotografie. Besonders letzteres faszinierte uns, da taktische Kamerataschen oft nur am Rande erhältlich sind. Auch interessant fanden wir das zivile(!) Chest-Rig und natürlich die Evac Slings.
Die Gründung von Hazard4, also einer Militärsparte für das ursprünglich zivil orientierte Portofolio erklärt sich der Hersteller mit Anfragen für entsprechende Änderungen aus Quantico. Anscheinend fanden die Produkte Gefallen bei den Bundesbehörden in den USA.
Bestellt haben wir einen JellyRoll Lens Case und einen milPOD. Der Shop von Hazard4 hatte leider keine Evac Taschen mehr auf Lager. Diese hätten wir auch noch gern ausgetestet. Geliefert wurde per EMS innerhalb von zehn Tagen aus Taiwan, Republik China. Die Versandkosten betrugen nach Deutschland 38 USD. Es lohnt sich durchaus mehrere Artikel zu bestellen, da der Versand für das Jellyroll allein ebenso 38 USD gekostet hätte.
JellyRoll 9/4
Aufbau und Verarbeitung
Der Jellyroll ist eine MOLLE Tasche für Kameraobjektive, sein Design erlaubt jedoch auch anderweitige Nutzungsmöglichkeiten. (hierzu später mehr)
Die Tasche ist schwarz, aus 1000d Cordura und misst 23 x 10,5 Centimeter. Das Fleece Innenfutter ist Coyote Brown und etwa einen Centimeter stark. An der Außenseite finden sich vier Reihen MOLLE, wovon einer mit Velro ausgerüstet ist um Patches zu befestigen. Eine weitere Reihe Velcro befindet sich direkt darüber, diese ist jedoch nicht als MOLLE ausgerüstet.
Auf der Rückseite finden sich vier Reihen MOLLE, wovon die äußeren mit integrierten Schlaufen ausgerüstet sind. Civilianlab bezeichnet dieses System als “Snap-Strap”. Es ist signifikant dünner und flexibler als das 5.11 Slickstick System und lässt sich damit weniger einfach entfernen.  Zusätzlich zum MOLLE verfügt der JellyRoll hier über vier D-Ringe, an denen sich ein Schultergurt o.Ä. befestigen lassen.
Der Deckel ist ebenso gepolstert wie der Rest der Tasche und kann mit einem Reissverschluss verschlossen werden, der die gesamte Vorderseite der Tasche einnimmt. Eine Einschubtasche für Kleinteile nimmt den Großteil des Deckelinneren ein.
Der Boden der Tasche verfügt über keine Drainageöffnung, bei Regen sollte sie daher geschlossen bleiben. Im Lieferumfang befindet sich auch eine einklettbare Trennwand.
Die Tasche ist ausgezeichnet verarbeitet und steht unseren Produkten von Blackhawk, Maxpedition, TT usw. in nichts nach.
Nutzungsmöglichkeiten
Der JellyRoll kann entweder an eine MOLLE Weste, Tasche oder einen Gürtel gesetzt werden und dort als herkömmliche MOLLE Zubehörtasche genutzt werden. Ebenso kann man einen Schultergurt direkt an der Tasche befestigen und diese so als Plattform für weitere MOLLE Taschen nutzen.
Gedacht ist die Tasche für Kameraobjektive, das enthaltene Futter macht aber aus unserer Sicht noch folgende weitere Nutzungsmöglichkeiten attraktiv:
1. Aufbewahrung einer Wasserflasche. Das Innenfutter sollte begrenzt isolierend wirken und eine kalte Wasserflasche länger kühl halten. Eine 0,5l Flasche kann völlig versenkt werden, laut Hersteller passt auch eine 1l Flasche, wenn man den Deckel nicht schliesst.
2. Aufbewahrung einer Gasflasche. Eine große Flasche Greengas passt gerade noch in die Tasche und ist damit stoßsicher und teilweise isoliert gelagert. Ein Magazin lässt sich mit der Flasche in der JellyRoll direkt befüllen. Wir sehen hier besonders im Winter einen Nutzen.
mil-POD
Aufbau und Verarbeitung
Das mil-POD ist ein kleines Hardcase für Brillen und andere Kleinteile. Es misst 18 x 6,5 x 5,5 cm. Auf der Rückseite befinden sich ein “Snap-Strap” Streifen zur Befestigung an MOLLE Plattformen und ein kleiner Karabinerhaken.
Die Oberfläche ist schlagfest und bei größerer Belastung auch begrenzt elastisch. Verschlossen wir das mil-POD mit einem umlaufenden Reissverschluss. Auf der Innenseite ist die Hülle mit einer dünnen Schicht Fleece besetzt. Die Verarbeitung ist auch hier ausgezeichnet, wir haben keinerlei Verarbeitungsmängel feststellen können.
Nutzungsmöglichkeiten
Für reguläre Brillen und Sonnenbrillen ist die Schutzhülle perfekt ausgelegt, für Airsoft Schutzbrillen ist sie dagegen nur bedingt geeignet. Die BOLLE Viper passt gerade noch so herein. Definitiv keine Dauerlösung.
Doch auch dieses Produkt  bietet sich für einen Mißbrauch an. Das mil-POD kann zur Lagerung von kleinen PMR Funkgeräten oder GPS Empfängern genutzt werden. Ein Garmin E-Trex passt mit genug Raum für ein Anschlusskabel und Batterien bequem. Auch einen MP3 Player mit Kopfhörer oder andere Kleinteile. Damit ist das mil-POD eine wunderbar günstige Möglichkeit empfindliche Kleinteile auf dem Spielfeld immer dabeizuhaben.
Fazit
Sowohl das JellyRoll, als auch das mil-POD sind ausgezeichnet verarbeitet und im Vergleich zu ähnlich guten Produkten von anderen Anbietern recht günstig. Wer eine Objektivtasche mit MOLLE für seine DSLR sucht, kommt ums das JellyRoll sowieso nicht herum. Für Airsofter haben beide Taschen ihren Nutzen.
Wenn die anderen Produkte im Sortiment von Civilianlab ebenso gut verarbeitet sind, können wir ohne schlechtes Gewissen eine Empfehlung aussprechen. Dies sind sicherlich nicht unsere letzten Hazard4 Produkte.





